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Kopfschmerzen

Kopfschmerzdiagnostik und -behandlung

Das Erstgespräch

Das ausführliche Erstgespräch ist die wichtigste Untersuchungsmethode bei der Diagnostik von Kopfschmerzen. Bildgebende Verfahren wie eine MRT des Schädels oder andere apparative Untersuchungen sind nur in seltenen Fällen notwendig. Eine körperliche Untersuchung schließt an das Erstgespräch an.

Wichtige Informationen für den Arzt/Ärztin sind Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Welche Kopfregion ist von dem Schmerz betroffen?
  • Wie ist der Schmerzcharakter?
  • Wie stark ist der Schmerz?
  • Wie häufig treten die Kopfschmerzen auf?
  • Wie lange dauert der Anfall an?
  • Wann trat der Kopfschmerz zum ersten Mal auf?
  • Welche Begleiterscheinungen sind zu beobachten?
  • Was löste den Kopfschmerz aus?
  • Was lindert oder verstärkt den Schmerz?
  • Hat ein Familienmitglied Kopfschmerzen?
  • Verstärken sich die Schmerzen bei körperlicher Aktivität?

 

HinweisIHS Classification ICHD-3

Primäre Kopfschmerzen: Die primären Kopfschmerzen sind eigenständige Erkrankungen. Sie werden durch spezifische Pathomechanismen verursacht. Sie sind kein Symptom anderer Erkrankungen. Beispiele sind Migräne, Kopfschmerzen vom Spannungstyp oder Clusterkopfschmerzen.

Sekundäre Kopfschmerzen: Die sekundären Kopfschmerzen sind symptomatische Folgen anderer Erkrnakungen, welche als Kopfschmerzursahcen bekannt sind. Beispiele sind bakterielle Meningitis, ein Trauma oder ein Medikamentenübergebrauch.

Neuropathien & Gesichtsschmerzen: Neuropathische Schmerzen des Kopfes werden durch Läsionen oder Erkrankungen des somatosensorischen Nervensystems bedingt. Neuralgien sind durch Schmerzen im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Nerven charakterisiert.

Sehen Sie auch unter: Internationale Kopfschmerzgesellschaft und deren Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen ICHD-3 (als PDF-Dokument) in deutscher Sprache.

Kopfschmerzdiagnosen

Migräne mit und ohne Aura

Jeder zehnte Mensch auf der Welt ist an Migräne erkrankt. Mit einer Ein-Jahres-Prävalenz bei Frauen von 14- 16 Prozent und bei Männern von 6 bis 9 Prozent ist die Migräne eine der häufigsten Kopfschmerzerkrankungen überhaupt. Viele Migränepatienten haben so häufige und schwere Attacken, dass eine medikamentöse Prophylaxe notwendig ist.

Bei der Migräne kommt es attackenweise zu heftigen, meist einseitigen pulsierend-pochenden, zeitweilig auch stechenden Kopfschmerzen, die bei körperlicher Anstrengung noch verstärkt werden. Begleitet werden die Kopfschmerzattacken durch Appetitlosigkeit, Übelkeit (80 %), Erbrechen (40 – 50 %), Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit (10 – 60 %). Die Dauer der Attacken ohne adäquate Behandlung schwankt zwischen 4 und 72 Stunden. Bei Kindern sind Migräneanfälle häufig kürzer und können auch nur mit Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Schwindel einhergehen. Bei ca. 10 % der Betroffenen können neurologische Reiz- und/oder Ausfallerscheinungen der Attacke vorausgehen. Die Patienten berichten dann z.B. von Sehstörungen in Form von Lichtblitzen, farbigen Zacken, aber auch Gesichtsfeldausfällen. Ebenfalls können Gefühls- und/oder Sprachstörungen sowie kurzfristige Lähmungen auftreten. Diese Symptome werden als Migräneaura bezeichnet und halten typischerweise 5-60 Minuten an. Danach entwickelt sich nach einer kurzen Pause in der Regel der typische Migränekopfschmerz.

Spannungskopfschmerzen

Der Schmerz drückt dumpf im ganzen Schädel oder legt sich wie ein stählernes Band um die Stirn: Etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung leiden unter gelegentlichen Spannungskopfschmerzen. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

„Gelegentlich“, das bedeutet an höchstens 14 Tagen pro Monat, zumeist jedoch deutlich weniger.

Rund drei Prozent der Menschen haben einen chronischen Spannungskopfschmerz. Sie haben ihre Beschwerden an mehr als 14Tagen pro Monat oder an mehr als 180 Tagen jährlich.

DIE MEISTEN PATIENTEN GEHEN NICHT ZUM ARZT

Mehr als die Hälfte der Patienten gibt an, dass ihre Schmerzen Arbeitsleistung und soziale Aktivitäten beeinträchtigen. Dennoch konsultieren 80 Prozent der Betroffenen keinen Arzt. Sie behelfen sich mit frei verkäuflichen Medikamenten oder halten die Schmerzen aus, obwohl ihnen geholfen werden könnte.

 

Clusterkopfschmerz

Der Clusterkopfschmerz ist eine attackenartige Kopfschmerzform, die ihre Namensgebung aus der Tatsache bezieht, dass solche Attacken generell in gehäufter Form (Cluster – engl. für „Haufen“, „Büschel“) auftreten. Typisch für den Clusterkopfschmerz ist sein streng einseitiges Auftreten und die charakteristischen Begleiterscheinungen wie Augenrötung, Tränenfluss, Nasenschleimhautschwellung, Schwitzen im Gesicht und Pupillenverengung. Die Kopfschmerzen sind von stärkster Intensität und dauern zwischen zehn Minuten und drei Stunden an. Die einzelnen Attacken wiederholen sich gebündelt in Episoden von mindestens wochenlanger Dauer. Man unterscheidet eine chronische von einer episodischen Form. Wobei auch die episodische Form eine chronische Erkrankung (vor allem im Sinne der Zuzahlungsregelung) darstellt. Bei der chronischen Form treten die Attacken über mindestens ein Jahr hinweg ohne längere Phasen der Beschwerdefreiheit von wenigstens drei Monaten auf, bei der episodischen Form werden Krankheitsphasen von Remissionsphasen mit völliger Beschwerdefreiheit abgelöst.

Clusterkopfschmerz-Competence-Center (CCC). Die CSG (Clusterkopf-Selbsthilfe-Gruppen e.V.) stellen für diese Auszeichnung klare Anforderungen, die kontinuierlich überprüft werden. Wir freuen uns sehr über die Zertifizierung.

In einem CCC sind hoch spezialisierte Fachärzte in der Lage, Ihnen schnelle und kompetente interdisziplinäre Hilfe anzubieten. Wir vergeben sehr kurzfristige Termine (in der Regel weniger als 1 Woche Wartezeit, meist nur wenige Tage), führen in einer ruhigen und vertrauensvollen Atmosphäre ohne Zeitdruck alle erforderlichen Untersuchungen und Besprechung durch, in der Regel alles an einem Tag, um Ihnen wiederholte Anreisen zu ersparen.

 

Sonstige Kopfschmerzen & Gesichtsschmerzen

Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) unterscheidet aktuell 243 verschiedene Kopf und Gesichtsschmerzarten. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen primären Kopfschmerzen zu denen die Migräne, der Spannungskopfschmerz, der Cluster-Kopfschmerz und andere sogenannte trigemino-autonome Kopfschmerzarten gehören. Aber auch seltene Kopfschmerzarten wie der „Münzkopfschmerz“, der Schlaf gebundene Kopfschmerz, Kopfschmerzen bei sexueller Aktivität und der „New daily persistent headache“ gehören zu den primären Kopfschmerzen.

Als sekundäre Kopfschmerzen werden Kopfschmerzen aufgrund einer anderen Erkrankung bezeichnet. z.B. der Kopfschmerz bei einer Nasennebenhöhlenentzündung, erhöhtem Blutdruck, z.n. einem Schädelhirntrauma oder anderen äußeren oder inneren Erkrankungen.

Gesichtsschmerzen oder Kopfneuralgien sind neurologische Erkrankungen, die häufig auf die Schädigung von Nerven im Bereich des Kopfes zurückzuführen sind. Findet man keine eindeutige Nervenschädigung, spricht man auch vom atypischen Gesichtsschmerz.

Hinweis

Unser Zentrum ist anerkanntes Clusterkopfschmerz Competence Center CCC und ist Kooperationspartner der Schmerzklinik in Kiel (Prof. Göbel)

Kontakt

Dr. med. Georg Müller
Moritz Schmidt
Dr. med. Tina Stroth
Dr. med. Roswitha Eusterbrock*
Dr. med. Klaus Wrenger*

Loerstraße 27-30
48143 Münster

info@schmerztherapie-ms.de
Tel.: 0251 - 4 84 34 44
Fax: 0251 - 4 84 34 55

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